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Schöne Ferien für alle SchülerInnen!

SchülerInnen haben eine Menge geleistet und jetzt stehen die Sommerferien vor der Tür. Leider ist der letzte Schultag aber nicht für alle Kinder und Jugendlichen ein Tag der Freude. Die Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien regt Eltern zur positiven Begleitung ihrer Kinder an.

 

 

Gegen Strafen, Verbote und „Liebesentzug“ – für gute Lernstrategien und gemeinsam genossene Zeit

Jedes Jahr wenden sich Schülerinnen und Schüler an die Kinder- und Jugendanwaltschaft, weil sie Angst davor haben, ihren Eltern aufgrund von Strafen und Vorwürfen ihr Zeugnis zu zeigen. Deshalb appelliert die Kinder- und Jugendanwältin Monika Pinterits an alle Eltern und Erziehungsberechtigten: „Stellen Sie eine positive Beziehung zu Ihrem Kind auch in solchen Situationen ins Zentrum. Begleiten Sie es liebevoll und wertschätzend. Strafen, Verbote oder ‚Liebesentzug‘ schaden Ihrem Kind. Besprechen Sie gemeinsam, was gut läuft und was genau getan werden kann, um das kommende Schuljahr positiver zu gestalten. Fragen Sie im Zweifelsfall auch bei den LehrerInnen nach, was noch besonders geübt und vertieft werden kann und welche Lernstrategien Ihrem Kind dabei helfen könnten. Und vor allem: Gönnen Sie Ihrem Kind erholsame Ferien und schaffen Sie auch im Fall einer anstehenden Nachprüfung Zeit für Entspannung. Dafür können gemeinsam klar festgelegte Lernwochen und -zeiten hilfreich sein. Und auch das Bewusstsein, dass Erholung ein Kinderrecht und darüber hinaus eine Voraussetzung für Lernen ist.“

Der Kinder- und Jugendanwalt Ercan Nik Nafs ergänzt: „Auch wenn Sie als Erziehungsberechtigte in den Schulferien arbeiten müssen: Schaffen Sie gemeinsame Zeit für Ausflüge oder Kino, einen gemütlichen Spieleabend oder einfach ein ruhiges Beisammensein beim Lieblingsgetränk Ihres Kindes. Und geben Sie vor allem älteren Kindern und Jugendlichen Raum, Zeit mit FreundInnen zu verbringen.“

Eine einzelne Ziffer spiegelt nicht den Menschen wider

Noten setzen Leistungen in Beziehung zu einer Norm – damit sagen sie uns etwas, aber vieles auch nicht. Nicht, wie sehr sich eine Schülerin oder ein Schüler angestrengt hat. Nicht, was genau er oder sie noch üben und lernen sollte und welche Unterstützung dabei möglicherweise helfen kann. Nicht, wie klug ein Kind ist. Nicht, wie ideenreich, wie kreativ, wie sozial ein Kind ist und was seine Persönlichkeit auszeichnet. Auch nicht, welchen Belastungen eine Schülerin oder ein Schüler ausgesetzt war und ist. Und schon gar nicht, wo er oder sie in 1 oder 10 Jahren stehen wird.

Zukunft nicht vorhersagen, sondern ermöglichen

Der Kinder- und Jugendanwalt Ercan Nik Nafs fasst zusammen: „Wir sollten uns von Noten nicht normieren lassen und stattdessen darauf achten, unsere Handlungsfähigkeit zu erweitern und unsere Zukunft zu gestalten.“ Eltern können ihren Kindern das nötige Rüst- und Werkzeug mitgeben und sie, soweit es nötig ist, ein Stück weit begleiten. Kinder und Jugendliche können am besten auf ihrem Bildungsweg unterstützt werden, indem ihnen Mittel an die Hand gegeben werden, um eigenständig Inhalte zu erarbeiten, herauszufinden, was ihnen wichtig ist, Freude am eigenen Tun zu erfahren und sich selbst zu motivieren, ohne Angst vor Fehlern und „Versagen“.

Dort, wo sie auf diesem Weg Unterstützung benötigen, sollten sie diese auch bekommen – von der Familie, LehrerInnen, über die Förderung 2.0, in Sommerlernprogrammen oder von Beratungsstellen.

Monika Pinterits merkt an: „Es wird allzu oft vergessen, dass in der Adoleszenz viele Aufgaben und Entwicklungen zur selben Zeit ablaufen. Der Hormonspiegel spielt verrückt, erste Liebe, Trennungsschmerz, Freundschaften – komplexe soziale Abläufe finden im Leben von älteren Kindern und Jugendlichen statt. Und der Schulalltag mit den damit verbundenen Anforderungen steht dazu durchaus auch in Konkurrenz. Diese vielen Veränderungen und Anforderungen unter einen Hut zu bringen, ist also eine große Leistung.“

Wer schneller geht, ist früher … wo?

Wenn eine Klassenwiederholung ansteht ist das erst einmal unangenehm und bedeutet eine große Belastung für die Familie. Für solche Situationen gibt Ercan Nik Nafs zu bedenken: „Eine Klasse zu wiederholen sagt nichts über den weiteren Bildungsweg und die Entwicklung von SchülerInnen aus. Entscheidender ist, konstruktiv damit umzugehen.“ Es kann sein, dass die Schulform, vor allem in der Oberstufe, nicht den Wünschen, Erwartungen und Zukunftsplänen der SchülerInnen entspricht. Daher erkennen sie keinen Sinn in dem, was sie lernen, und können die nötige Motivation dafür nicht aufbauen. Ein ehrliches Gespräch, auch über Alternativen, ist hier wichtig. Denn das Ziel muss stimmen, damit ein Weg gut gegangen werden kann.

Gerechte Schulen und positive Begleitung

Wenn SchülerInnen und Eltern denken, dass eine schlechte Benotung zu Unrecht gegeben wurde, können sie das überprüfen lassen. Dazu können sie sich direkt an die Bildungsdirektion oder die Kinder- und Jugendanwaltschaft wenden.

Die Kinder- und JugendanwältInnen appellieren sowohl an PädagogInnen als auch Erziehungsberechtigte: „SchülerInnen haben das Recht, gerecht behandelt und positiv begleitet zu werden. Setzen auch Sie sich dafür ein! Und wenn Sie dabei Unterstützung benötigen, wenden Sie sich an die Kinder- und Jugendanwaltschaft!“