Zum Inhalt Zum Hauptmenü
Menu

Netzwerk Demokratiekultur und Prävention

Mit dem Wiener Netzwerk Demokratiekultur und Prävention (WND) – vormals „Wiener Netzwerk Deradikalisierung, Prävention und Demokratiekultur“ – verfolgt die Stadt Wien seit 2014 erfolgreich eine kommunale Strategie gegen Extremismus und Abwertungsideologien unter Verwendung bereits vorhandener Einrichtungen und Strukturen, die verantwortlich für die Betreuung, Beratung und Bildung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind. Das Wiener Netzwerk setzt sich intensiv mit jeglicher Form von gruppenbezogenen Abwertungsideologien und antidemokratischen Haltungen auseinander und legt dabei besonderen Wert auf den Schutz von Kindern und Jugendlichen und die Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Ziele des Netzwerks

• Effektive und schnelle Handlungsfähigkeit durch enge Zusammenarbeit
• Wissensgenerierung und Erarbeitung von Lösungsansätzen
• Professionalisierung und Sensibilisierung
• Beratung und Betreuung von Betroffenen

Steuerung

Die Geschäftsgruppe für Bildung, Integration, Jugend und Personal, sechs Abgeordnete zum Wiener Landtag und Gemeinderat, der Stadtschulrat für Wien (SSR) sowie die Leitungen der Magistratsabteilungen 10 (Wiener Kindergärten), 11 (Amt für Jugend und Familie), 13 (Außerschulische Jugendbetreuung) und 17 (Diversität und Integration) sind als Mitglieder der Steuerungsgruppe vertreten.

Die Kompetenzstellen

Die Magistratsabteilungen 10, 11, 13 und 17 sowie die Abteilungen Recht, Psychologie, Pädagogik, Schulsozialarbeit und Privatschulen des SSR haben Kompetenzstellen eingerichtet. Weitere Mitglieder sind die Wiener Polizei mit den Präventionsabteilungen des Landeskriminalamts und des Landesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, das AMS Wien Jugendliche und der Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff).
Als zentrale Koordinationsstelle fungiert die Wiener Kinder- und Jugendanwaltschaft. Um erfolgreich gegen Extremismus anzukämpfen und präventive Maßnahmen zu setzen, arbeiten die Netzwerkteilnehmerinnen und Netzwerkteilnehmer eng zusammen.

Veränderungen im Wiener Netzwerk

Das Wiener Netzwerk ist seit seiner Gründung beständig gewachsen und hat 2017 den fachlichen Austausch zu verschiedenen Fragestellungen stark intensiviert, während die konkrete Arbeit mit neuen Radikalisierungsfällen zurückgegangen ist. Seit 2017 ist die Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien auch Mitglied des Bundesweiten Netzwerks Extremismusprävention, das von der Abteilung Prävention des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung koordiniert wird und Bundesministerien, Landesämter und zivilgesellschaftliche Organisationen zusammenbringt.

Durch die Gründung des Bundesweiten Netzwerks Extremismusprävention ist ein wichtiger neuer Player im Spiel, der viele der bis Ende 2017 im Wiener Netzwerk aktiven Mitglieder (Verein Neustart, Beratungsstelle Extremismus, Jugendgerichtshilfe, Verein Derad) sowie wichtige Partner (bspw. das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes) nun auch auf Bundesebene in regelmäßigen Treffen zusammenbringt. Ganz besonders stark ist der Bereich der Justiz eingebunden sowie die drei Organisationen, die das Fallplanungsteam des Ausstiegsprogramms bilden: Neustart, Beratungsstelle Extremismus und Verein Derad. Das Wiener Netzwerk begrüßt die Schaffung eines Bundesweiten Netzwerks zur Extremismusprävention und Deradikalisierung sehr und hofft, dass mit dem Ausstiegsprogramm konkrete Schritte gesetzt wurden, die Deradikalisierungsarbeit in Österreich zu professionalisieren und zu institutionalisieren

Demokratiekulturförderung und Menschenrechte als neue Schwerpunkte

Angesichts der neuen Entwicklungen, wird das Wiener Netzwerk seine Schwerpunkte verstärkt auf den Aspekt der Demokratiekulturförderung und auf Prävention von Abwertungsideologien und Extremismen legen. Demokratie und Toleranz bilden die Basis für eine gesunde Gesellschaft, die weniger anfällig auf extremistische Strömungen und Hetze gegen einzelne Gruppen ist.

Alle Agenden, die Justiz, Vollzug und Deradikalisierung betreffen, möchte das Wiener Netzwerk ab nun vorrangig innerhalb des Bundesweiten Netzwerks behandeln. Das Wiener Netzwerk wird sich hingegen wieder verstärkt Richtung stadtspezifische Agenden orientieren. Wichtige Herausforderungen sind hier die Integration von ausgrenzungsgefährdeten Gruppen sowie gezielte Maßnahmen zur Förderung des Demokratieverständnisses, der Partizipation und Menschenrechtsbildung von Kindern und Jugendlichen im Schulbereich und in der Elementarpädagogik.

In regelmäßigen Abständen möchte das Wiener Netzwerk Expert_Hearings zu unterschiedlichen Themen abhalten. In dieser Form soll es auch Raum zum Austausch geben und die magistratsexternen Mitglieder und PartnerInnen miteinbeziehen.