Zum Inhalt Zum Hauptmenü
Menu

Netzwerk Deradikalisierung und Prävention

Das Wiener Netzwerk Deradikalisierung und Prävention setzt sich intensiv mit den Themen Extremismus, Radikalisierung und Abwertung auseinander. Es hat sich zum Ziel gemacht jegliche Form von gruppenbezogenen Abwertungsideologien und antidemokratischen Haltungen zu bekämpfen. Weiters möchten wir Jugendliche vor Stigmatisierung und Generalverdacht schützen.

Reaktion auf steigenden Extremismus

In Anbetracht der zunehmenden Identifikation einer wachsenden Zahl von Jugendlichen mit abwertenden und extremen Einstellungen, hat sich die Stadt Wien im September 2014 dazu entschlossen, das Wiener Netzwerk Deradikalisierung und Prävention zu gründen.

Aufgaben und Tätigkeiten

Das Netzwerk basiert auf vier Eckpfeilern:

1. Austausch und Kooperation

Mit dem Wiener Netzwerk für Deradikalisierung und Prävention verfolgt die Stadt Wien eine kommunale Strategie unter Verwendung bereits vorhandener Einrichtungen und Strukturen der Stadt. Das Netzwerk ist somit ein Zusammenschluss verschiedenster Stellen und Personen, die in ihrer täglichen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu tun haben. Durch regelmäßige Treffen und Vernetzung sowie die Bereitschaft zur Kooperation können die einzelnen Mitglieder und ihre Organisationen oder Stellen schneller und effektiver handeln.

2. Expertise

Ausgewählte Expertinnen und Experten erarbeiten Lösungsansätze und begleiten das Netzwerk fachlich. Ein Bericht mit Handlungsempfehlungen für die Stadt Wien wurde im Herbst 2016 präsentiert.

3. Professionalisierung

Das Netzwerk zielt darauf ab, eine möglichst große Anzahl an Personen für das Thema zu sensibilisieren und weiterzubilden. Die Informations-, Workshop- und Fortbildungsangebote beziehen sich dabei nicht nur auf Extremismus und Radikalisierung, sondern auf alle Bereiche, die damit einhergehen: Salafismus, Religion, Ethnizität, Sexismus, Gender, Antisemitismus, Homo- und Transphobie, Rassismus, Demokratieverständnis, Diversität, etc.

Zielgruppe sind vor allem MitarbeiterInnen der einzelnen Magistrate, die für Kinder und Jugendliche zuständig sind, SozialarbeiterInnen, Lehrpersonal, angehende PädagogInnen, PsychologInnen, JugendarbeiterInnen, PolizistInnen, et cetera.

4. Beratung und Betreuung

Die Betreuung von Jugendlichen, die gefährdet sind oder bereits mit radikalen Gruppierungen in Kontakt sind – erfolgt über einzelne Personen innerhalb des Netzwerks, welche bereits erweiterte Erfahrungen und Expertise zum Umgang mit der Thematik im Einzelfall haben. Auch die Offene Jugendarbeit der Stadt Wien, welche bereits die Fortbildung aller MitarbeiterInnen bewerkstelligen konnte, leistet hier einen wertvollen Beitrag. Die (Zusammen-)Arbeit mit Jugendlichen erfolgt anonym und auf freiwilliger Basis.

Das Team von DERAD Österreich betreut zudem Jugendliche und junge Erwachsene in Haftanstalten, die in dieser Hinsicht aufgefallen oder nach § 278b (Strafbestand Terroristische Vereinigung) angezeigt/verurteilt worden sind. DERAD arbeitet daran, dass diese jungen Menschen ihre extremen Einstellungen ablegen.

Die Hotline Beratungsstelle Extremismus ist Teil des Netzwerks. An sie können sich Personen wenden, die den Eindruck haben, jemand in ihrem näheren Umfeld könnte sich einer radikalen religiösen Gruppierung oder einer politisch extremen Gruppe angeschlossen haben oder mit rechtsextremem oder radikal islamistischem Gedankengut sympathisieren.

Ziele des Netzwerks

  • Effektivere und schnellere Handlungsfähigkeit durch enge Zusammenarbeit und Informationsaustausch
  • Wissensgenerierung
  • Information, Fort- und Weiterbildung

Wer gehört zum Netzwerk?

Beteiligt sind die Geschäftsgruppe Gesundheit, Soziales und Generationen und die Geschäftsgruppe Frauen, Bildung, Integration, Jugend und Personal, fünf Abgeordnete des Wiener Landtags und Gemeinderats, die Abteilungen Integration und Diversität (MA 17), Bildung und außerschulische Jugendbetreuung (MA 13), das Amt für Jugend und Familie (MAG ELF), die Wiener Kindergärten (MA 10), sowie der Wiener Stadtschulrat.

Außerdem die externen Partner-Organisationen: Neustart (Bewährungshilfe), DERAD, Beratungsstelle Extremismus, die Präventionsabteilung der Polizei, AMS Wien für Jugendliche und der Wiener ArbeiternehmerInnen Förderungsfonds (waff), die Familien- und Jugendgerichtshilfe für Wien, Burgenland und Niederösterreich und die Jugendgerichtshilfe Wien. Auch universitäre Institute, die pädagogischen Hochschulen, das tschetschenische Frauennetzwerk und die Islamische Glaubensgemeinschaft Österreich stehen mit dem Netzwerk in Verbindung.

Als zentrale Koordinationsstelle fungiert die Wiener Kinder- und Jugendanwaltschaft.

Um erfolgreich gegen Extremismus anzukämpfen und präventive Maßnahmen zu setzen, arbeiten die Netzwerkteilnehmerinnen und Netzwerkteilnehmer eng zusammen.