Zum Inhalt Zum Hauptmenü
Menu

Ramadan – Fasten während der Schulzeit

 Copyright: KJA Von 27. Mai bis 24. Juni ist Ramadan – ein wichtiger muslimscher Fastenmonat. Viele muslimische Menschen in Österreich fasten zwischen Sonnenaufgang und Untergang zur inneren Reinigung und Reflexion. Da es in den letzten Jahren vermehrt Anfragen von Lehrkräften wegen fastenden Kindern im Unterricht gab, die unter gesundheitlichen Problemen aufgrund des Fastens litten, haben die Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs einen Hinweis für den Umgang mit dem religiösen Fasten verfasst.

Kinder müssen nicht fasten

Kinder sind vom Fasten, genauso wie Alte, Schwangere, Stillende oder Kranke definitiv ausgenommen.

In Österreich besteht neun Jahre Unterrichtspflicht. Das bedeutet, dass Kinder in der Früh rechtzeitig im Unterricht erscheinen müssen, um gemäß dem Lehrplan unterrichtet zu werden. Sie müssen dabei in der Lage sein, dem Unterricht zu folgen.

Für die körperliche und geistige Entwicklung und Gesundheit, aber auch, damit Kinder in der Schule eine entsprechende Leistung erbringen können, ist es wichtig, dass ihrem Körper ausreichend Schlaf und Energie in Form von Nahrung und Flüssigkeit zur Verfügung steht.

Wir ersuchen daher alle betroffenen Eltern und Bezugspersonen, diesen Umstand zu berücksichtigen.

Was tun wenn Kinder fasten wollen

Wenn Kinder beim Fasten ausdrücklich mitmachen wollen, kann man ihnen anbieten, auf bestimmte Dinge wie zum Beispiel Süßigkeiten und zuckerhaltige Getränke zu verzichten. Gegebenenfalls können sie am Nachmittag keine Nahrung mehr zu sich zu nehmen und gemeinsam mit den Kindern überlegen, wie man die anderen Aspekte des Ramadan (Fasten mit allen Sinnen) verwirklichen kann:

  • Wie kann man anderen helfen?
  • Was kann man tun, um ein guter Mensch zu sein?
  • Gibt es schlechte Gewohnheiten (zum Beispiel langes Computerspielen oder langes Fernsehen), die man im Ramadan reduzieren möchte?

Kinderfasten ausprobieren

An den Wochenenden, an denen keine schulischen beziehungsweise sportlichen Leistung den Körper beanspruchen, können Kinder, falls der Wunsch besteht, beispielweise, das „Kinderfasten“ ausprobieren. Dabei nehmen Kinder an der „Suhur-Mahlzeit“ (= vor der Morgendämmerung) teil und fasten zum Beispiel bis zur Mittagszeit.

Um die Selbstbestimmung und die Körperwahrnehmung der Kinder zu bestärken, bitten wir Eltern darum, ihre Kinder nicht zu beschämen, wenn sie Hunger äußern, sondern sie darin zu bestärken, auf ihren Körper, der sich im Wachstum befindet, zu hören und achten. Als Energiespender kann man beispielweise Obst anbieten.

Auf körperliche und seelische Unversehrtheit der Kinder achten

Die UN-Kinderrechtskonvention gilt für alle Kinder und Jugendlichen weltweit. Sie besagt, dass bei allen Maßnahmen, ob von Eltern, Staat oder einer Religion, auf die körperliche und seelische Unversehrtheit der Kinder zu achten ist!

Auch den Kinder- und Jugendanwaltschaften ist die körperliche und seelische Unversehrtheit aller Kinder wichtig. Gleichzeitig achten wir selbstverständlich die religiösen Bedürfnisse aller Gläubigen. Daher ersuchen wir die Eltern, Verwandte oder sonstige wichtige Bezugspersonen, gemeinsam mit ihren Kindern individuelle Lösungswege zu finden, die ihnen eine altersadäquate Beteiligung am Ramadan sowie am gesellschaftlichen Leben in und außerhalb der Schule ermöglichen.

Die Kinder- und Jugendanwaltschaften wünschen einen gesegneten Ramadan!

Ramadhan mubarek

شهر رمضان المبارك

 

Weitere Informationen

Die Hinweise zum Ramadan finden Sie auch auf Arabisch und Dari auf der Website der Kija Salzburg.