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Jamal al-Khatib – Der Weg eines Aussteigers. Pädagogische Arbeit mit radikalisierten Jugendlichen

Extremistische Propaganda im Internet ist leider weitverbreitet und in vielen Fällen höchst professionell gestaltet. Selbst eher kleine Gruppen, wie die rechtsextremen Identitären in Österreich, oder der territorial geschlagene Islamische Staat (IS) sind im Internet groß vertreten. Mit für die Zielgruppe äußerst ansprechend gestalteten Video-Botschaften locken sie vor allem junge Menschen an. Bisher wird dieser massiven Propaganda noch wenig entgegengesetzt.
Eine erfolgreiche Ausnahme ist das Online-Streetwork-Projekt Jamal al-Khatib – Mein Weg. In kurzen Videos erzählt die teilfiktive Identifikationsfigur Jamal, wie er in Österreich in die jihadistische Szene abdriftet und im Gefängnis seine Entscheidungen hinterfragt. Die Videos basieren auf tatsächlichen Erlebnissen von jungen Wienern, die aus der salafistisch-jihadistischen Szene ausgestiegen sind.


Gemeinsam mit Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern, Filmschaffenden und einem syrisch-irakischen KünstlerInnen-Kollektiv sowie IslamwissenschaftlerInnen der Uni Wien wurden bereits vier Kurzfilme erarbeitet. Diese geben die authentischen Erzählungen, Gedanken und autobiographischen Reflexionen von Jugendlichen wieder, welche mit jihadistischen Ideologien und Gruppen sympathisiert haben, davon abgekommen sind und jetzt gegen Extremismus und Gewalt Position beziehen wollen.

Pädagogisches Material zur Arbeit mit gefährdeten Jugendlichen

Das Team von „turn – Verein für Gewalt- und Extremismusprävention“, welches das Online-Streetwork-Projekt kreiert hat und weiterführen will, hat basierend auf den Videos ein kostenloses pädagogisches Paket für Personen aus der Praxis erstellt, die sich in ihrer Arbeit mit den Phänomenen Extremismus und Radikalisierung auseinandersetzen wollen.
Der erste Teil, des Paketes enthält Texte zu den pädagogischen, psychologischen, islamwissenschaftlichen und filmischen Hintergründen des Projekts und zum Thema Extremismusprävention im Allgemeinen.

Im zweiten, praktischen Teil finden sich die Videos samt inhaltlicher Beschreibung. Dazu wurden für jedes Video gemeinsam mit den am Projekt beteiligten Jugendlichen spezifische Diskussionsfragen entwickelt. Diese können als Leitfaden für Diskussionen über die Inhalte der Videos dienen, nachdem man sie gemeinsam gesehen hat. Sie eignen sich gut für formale, aber auch informelle Bildungssettings, z.B. im Jugendzentrum oder im Rahmen von Streetwork.

Zu jedem Video gibt es auch thematische Einheiten mit Übungen, die für eine tiefere Auseinandersetzung mit den Inhalten der Videos gedacht sind und sich sehr gut für formale Settings eignen, zum Beispiel für den Unterricht oder für Workshops.
Den Abschluss bildet der Anhang im dritten Teil, mit Arbeitsblättern zu den thematischen Einheiten und einem Glossar mit allen arabischen und religiösen Begriffen, welche in den Videos verwendet wurden.

Religiöse Inhalte spielen in den Videos eine wichtige Rolle, das Projekt versteht sich jedoch vor allem als politische Bildung im weiteren Sinne: Es werden Fragen aufgegriffen, die sich muslimische Jugendliche im Alltag stellen, die aber zugleich auch für nicht-muslimische Jugendliche relevant sind. Diese werden mit allgemeinen gesellschaftlichen und politischen Themen verknüpft.

Kontakt

„turn – Verein für Gewalt- und Extremismusprävention“ bietet Workshops an und präsentiert das Projekt „Jamal al-Khatib – mein Weg!“ sowie das pädagogische Paket in unterschiedlichen Settings. Bei Interesse und auch für alle anderen Fragen und Rückmeldungen kontaktieren Sie bitte:
Fabian Reicher: fabian.reicher@boja.at, Florian Neuburg: florian@neuburg.at

Weitere Informationen

https://www.facebook.com/jamalalkhatibmeinweg/