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„Handelt so, als würdet ihr eure Kinder über alles lieben!“

Die Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien schließt sich dem Appell von Greta Thunberg am Weltwirtschaftsforum an. Blicken wir den Gefahren der Klimakrise ins Auge und handeln wir! Heute geht das 50. Weltwirtschaftsforum zu Ende. In dessen Arbeitsgrundlage, dem Global Risks Report, werden die Klimakrise und ihre Folgen zum ersten Mal als wahrscheinlichste globale Bedrohungen der nächsten zehn Jahre angeführt. Das Scheitern des Klimaschutzes und der Anpassung an den Klimawandel wird dabei zugleich als schwerwiegendstes Risiko der nächsten zehn Jahre betrachtet.

„Dass die menschengemachten Veränderungen des Klimas und der Umwelt sich gravierend auf alle Bereiche unseres Lebens auswirken, ist über alle wissenschaftlichen Disziplinen hinweg als Tatsache anerkannt“, fasst Kinder- und Jugendanwalt Ercan Nik Nafs die Ergebnisse zusammen und fügt hinzu: „Wir alle müssen handeln – auch im Sinn der Kinderrechte.“

Kinderrechte in der Klimakrise

Kinderrechtskonform zu handeln bedeutet Gewalt- und Diskriminierungsfreiheit, bestmögliche Versorgung und Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen. Aber was heißt es angesichts der Klimakrise, die Kinderrechte zu schützen und zu verteidigen? „Wir schulden es unseren Kindern, ihnen das Leben in einer Umwelt zu ermöglichen, die ihnen Gesundheit und Sicherheit gewährt“, so Kinder- und Jugendanwältin Dunja Gharwal. „Dazu gehören saubere Luft, sauberes Wasser, gesunde Nahrungsmittel und vieles mehr – auch der Schutz vor klimabedingten Bedrohungen. Und letztlich geht es auch um den Schutz des sozialen Miteinanders.“

Für ein Recht auf intakte Umwelt

Eine intakte Umwelt ist zentrale Lebensgrundlage für uns alle. Deshalb haben die österreichischen Kinder- und Jugendanwaltschaften beim UN-Kinderrechterat in Genf bereits im Frühjahr des vergangenen Jahres die Erweiterung der UN-Kinderrechtskonvention um das Recht auf eine intakte Umwelt beantragt. Und sie haben angesichts der Dringlichkeit des Handelns an die österreichische Regierung appelliert, das Recht auf eine intakte Umwelt in der österreichischen Verfassung zu verankern.

Untätigkeit in der Klimakrise ist eine Entscheidung – für die schlimmsten Folgen

Dem Global Risks Report 2020 zufolge sind die fünf wahrscheinlichsten Gefahren der nächsten zehn Jahre extreme Wetterereignisse, der schwere Verlust an Biodiversität, das Versagen des Klimaschutzes, Naturkatastrophen größeren Ausmaßes und vom Menschen verursachte Umweltkatastrophen. Für das kommende Jahr zählen extreme Hitzewellen und die Zerstörung der natürlichen Ökosysteme zu den Hauptrisiken.

„Die Klimakrise ist bereits Gegenwart. Wie schwerwiegend die Auswirkungen sind, hängt aber von unser aller Handeln ab“, führt Dunja Gharwal vor Augen. „Untätigkeit ist hier auch eine Entscheidung – für die schlimmsten Auswirkungen.“

Liebe bedeutet Verantwortung: gemeinsam gegen Angst und Trägheit

Fast alle Menschen behaupten, ihre Kinder zu lieben. Ganze Gesellschaften sprechen davon, dass die Kinder ihr „höchstes Gut“ seien. Und das ist gut so. Aber wie sollen die Kinder dies glauben können, wenn wir nicht sicherstellen, dass sie in Zukunft auf diesem Planeten ein menschenwürdiges Leben führen können? „Wir verletzen die Kinderrechte, wenn wir nicht alles in unserer Macht Stehende tun, um die Klimakrise einzudämmen“, so Ercan Nik Nafs. „Risiken ins Auge zu blicken und zu handeln ist unsere Verpflichtung gegenüber unseren Kindern und kommenden Generationen. Der Schutz des Klimas muss unsere oberste Priorität als Einzelne, als Stadt, als Gesellschaft, als Weltgemeinschaft sein. Nur so können wie unsere Kinder und alle kommenden Generationen vor großem Leid bewahren.“

Dunja Gharwal und Ercan Nik Nafs rufen auf: „Handeln wir, weil wir unsere Kinder über alles lieben! Sagen wir: Klima zuerst! Tun wir alles, was in unserer Macht steht, um die Klimakrise einzudämmen. Zu Hause, auf der Straße, in Kindergarten und Schule, am Arbeitsplatz, in der Politik. Lokal, regional, national und international!“