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Frühjahrstagung der KIJAs 2018: Presseaussendung


Die Kinder- und Jugendanwältinnen und -anwälte Österreichs trafen sich von 18. bis 19. April zur Frühjahrstagung in St. Pölten. In einer gemeinsamen Presseaussendung hielten die KIJAs die aktuellen Schwerpunkte für die Durchsetzung der Rechte von Kindern fest.

Presseaussendung der KIJAS Österreichs: 126 KB PDF

Neue Mitarbeiterin in der KJA

Die Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien freut sich sehr, die Sozialarbeiterin Alexandra Böck im Team begrüßen zu dürfen.

Alexandra Böck bringt vielfältige Erfahrungen aus der Praxis mit. In ihren sechs Dienstjahren als Schulsozialarbeiterin in Wien hatte die 33-Jährige mit den unterschiedlichsten Problemstellungen und Herausforderungen zu tun. Davor war sie im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe sowie in der Sucht- und Drogenhilfe tätig. Neben ihrem Studium am FH Campus Wien arbeitete sie in einer psychiatrischen Einrichtung.

Immer wieder erlebte Alexandra Böck in der Fallarbeit, dass die Rechte und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen zu kurz kommen. Der Wechsel zur Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien war vor allem dadurch motiviert, dass die Oberösterreicherin sich ab nun ausschließlich parteilich für Kinder und Jugendliche einsetzen möchte. Willkommen im Team!

 

Jamal al-Khatib – Der Weg eines Aussteigers. Pädagogische Arbeit mit radikalisierten Jugendlichen

Extremistische Propaganda im Internet ist leider weitverbreitet und in vielen Fällen höchst professionell gestaltet. Selbst eher kleine Gruppen, wie die rechtsextremen Identitären in Österreich, oder der territorial geschlagene Islamische Staat (IS) sind im Internet groß vertreten. Mit für die Zielgruppe äußerst ansprechend gestalteten Video-Botschaften locken sie vor allem junge Menschen an. Bisher wird dieser massiven Propaganda noch wenig entgegengesetzt.
Eine erfolgreiche Ausnahme ist das Online-Streetwork-Projekt Jamal al-Khatib – Mein Weg. In kurzen Videos erzählt die teilfiktive Identifikationsfigur Jamal, wie er in Österreich in die jihadistische Szene abdriftet und im Gefängnis seine Entscheidungen hinterfragt. Die Videos basieren auf tatsächlichen Erlebnissen von jungen Wienern, die aus der salafistisch-jihadistischen Szene ausgestiegen sind.

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Nicht genügend! KIJA-Stellungnahme zu Gesetzesänderungs-Entwurf für Schulen

Die Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs erteilen der Regierung für die geplanten Änderungen von Gesetzen im Schulbereich ein klares „nicht genügend“. Der Entwurf des Bundesgesetzes, mit dem das Schulorganisationsgesetz, das Schulunterrichtsgesetz und das Schulpflichtgesetz 1985 geändert werden soll, ist nach Auffassung der KIJAs gänzlich abzulehnen, da er dem Wohl des Kindes widerspricht. Besonders starke Kritik richtet sich gegen die angedachte Einführung von separaten Deutschförderklassen, die Segregation und Benachteiligung von Kindern mit einer anderen Erstsprache als Deutsch benachteiligen.

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Stellungnahme zum Schulpflichtgesetz

Die Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs haben eine Stellungnahme zum Entwurf des Schulpflichtgesetzes verfasst. Von der Regierung sind darin verschärfte Strafen für das Fernbleiben von der Schule geplant. Strafen bringen jedoch nichts beziehungsweise verschlimmern die Probleme nur.

Die Gründe für Schulabsentismus können sehr unterschiedlich sein. Selten steckt ein bloßer Unwille des Kindes dahinter. Die Ursachen sind oft im familiären und schulischen Bereich zu finden: innerfamiliäre Konflikte, mangelnde Erziehungskompetenz der Eltern, psychische Erkrankungen von Familienangehörigen, häusliche Gewalt oder Mobbing in der Schule.

Wichtig ist es daher in jeden Einzelfall die umfassende Prüfung der möglichen Ursachen des Schulschwänzens.

Stellungnahme: 312 KB PDF

Gedenken an die Deportation des tschetschenischen Volkes 1944

„Ich bin Mohmad“, so beginnt die 16-jährige Amina ihren Auftritt. „So Mohmad wu.“  Amina ist in die Rolle eines Angehörigen geschlüpft, der die Deportation des tschetschenischen Volkes unter Stalin 1944 überlebt und Jahre später davon erzählt hat. „Fremd, so haucht er die Worte, fremd und heiser, doch das Leben regt sich allmählich in seinen verhärmten Zügen. Die Augen, suchend, verlassen mich nicht, sobald er spricht.“

Am 23. Februar 1944 wurden rund 500.000 Angehörige der tschetschnischen und der inguschischen Bevölkerung kollektiv aus ihrer Heimat nach Zentralasien deportiert. Ein großer Teil von ihnen hat die Reise in Güterzügen im tiefen Winter und die Zeit in der Verbannung nicht überlebt. In einer mehrstündigen Feier wurde am 23. Februar 2018 dieses traurigen Ereignisses gedacht. Initiiert wurde die Veranstaltung durch die tschetschenischen Vereine in Österreich – den Vereins Ichkeria und dem Netzwerk tschetschenischer Mütter in Österreich. Wesentliche Unterstützung kam von Beginn an von der Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien.

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Von alleine ändert sich nix – Plakat gegen Mobbing

Jedes 5. Schulkind in Österreich wird gemobbt. Dabei handelt es sich nicht um eine Lappalie – Mobbing bedeutet massives seelisches Leid für die Betroffenen und kann nachhaltigen Schaden anrichten. Lehrerinnen und Lehrer spielen in der Prävention von Mobbing eine wichtige Rolle. Es ist leichter Ausgrenzung und das Quälen einzelner Schülerinnen und Schüler zu verhindern, als die Wunden, die Mobbing in eine Klassengemeinschaft reißen, wieder zu heilen. Deshalb hat der Anti-Mobbing-Arbeitskreis der Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien das Plakat „Von alleine ändert sich nix! Gegen Mobbing – Kurz und Knapp“ gezielt für die Zimmer der Lehrkräfte entwickelt. Es weist auf wichtige Primär- und Sekundär-Präventionsmaßnahmen hin und gibt einen Überblick über leicht umsetzbare Maßnahmen zur Prävention sowie im Umgang mit Mobbing.

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Personelle Veränderungen in der KJA

Die Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien gibt zu Jahresbeginn zwei personelle Veränderungen bekannt. Nach 16 Jahren engagierter und wertvoller Mitarbeit in der KJA verabschiedete sich Martina Saygili im Herbst 2017 in die wohlverdiente Pension. Martina Saygili war eine erfahrene Mitarbeiterin mit scharfem Verstand und viel Herzlichkeit. Als Sozialarbeiterin aus Leidenschaft setzte sie sich stets für die Rechte und den Schutz von Kindern und Jugendlichen ein. Neben ihrer Vollzeittätigkeit in der KJA engagierte sie sich auch beim Frauennotruf sowie in zahlreichen Projekten. Es verwundert daher nicht, wenn Martina Saygili auch im Ruhestand ihren Einsatz im Zeichen der Kinderrechte fortführt. Das Team der Kinder- und Jugendanwaltschaft wünscht ihr alles Gute, lange Gesundheit und viel Freude für diesen neuen, spannenden Lebensabschnitt.

Neuer Mitarbeiter

Neu im Team begrüßen wir Erwin Sebek.

Der gelernte Sozialarbeiter begann 1996 im Bereich Kinder- und Jugendhilfe beim Amt für Jugend und Familie (MA 11). Danach war er in den Familienherbergen der damaligen MA 12 (Sozialamt) tätig. Nach zweijähriger Springertätigkeit wieder bei der MA 11, übernahm er 2005 für sieben Jahre die Leitung zweier Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe für Männer. Nach der Leitung der Wintermaßnahme für wieder wohnen wechselte Erwin Sebek für dreieinhalb Jahre zur Abteilung Soziales, Sozial- und Gesundheitsrecht (MA 40). Dort war er für die Sozialarbeit im Bereich Mindestsicherung zuständig.

Beweggrund für den Wechsel zur KJA war die Überzeugung, dass Hilfe möglichst früh ansetzen muss: Die Wahrung und Förderung der Rechte von Minderjährigen ermutigt und stärkt diese in ihrer Entwicklung zu Erwachsenen, die nach demokratischen sowie humanistischen Grundsätzen handeln. Wir heißen Erwin Sebek sehr herzlich in unserem Team willkommen.

Forderungen für 2018 – Reaktion auf neues Regierungsprogramm

Der Jahreswechsel wird stets von Rückblicken, Bilanzen und Vorsätzen für das kommende Jahr begleitet. Die Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien (KJA) hat für die neue Regierung eine Liste an „Neujahrsvorsätzen“ zur Verbesserung der Situation von Kindern und Jugendlichen erstellt. Die KJA möchte ÖVP und FPÖ gern beim Wort nehmen, wenn sie im Regierungsprogramm schreiben: „Für uns stehen vor allem die Kinder im Mittelpunkt“ (Seite 9). Leider vermissen wir für die Umsetzung dieses Ziels zahlreiche wichtige inhaltliche Aspekte. So mangelt es dem Programm vor allem auch an Maßnahmen für armuts- und ausgrenzungsgefährdete Kinder und Jugendliche, insbesondere für Kinder, die geflüchtet sind. Auch das Wort Kinderrechte kommt kein einziges Mal im Programm vor.

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Sonderbericht: Rechte von Kindern in der Fremdunterbringung

Im Jahr 2016 waren 13.646 Kinder und Jugendliche in Österreich fremduntergebracht, da sie aus unterschiedlichsten Gründen nicht bei ihren Familien aufwachsen können. Trotz Ausbau präventiver Hilfen und ambulanter Erziehungsunterstützung, steigt die Zahl der Fremdunterbringungen in Österreich. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen benötigen für die Zeit ihrer Unterbringung ein stabiles Umfeld sowie Betreuung, die sich am Kindeswohl und an den Kinderrechten orientiert.

Der Sonderbericht 2017 der österreichischen Volksanwaltschaft (VA) zum Thema „Kinder und ihre Rechte in öffentlichen Einrichtungen“ zeigt jedoch, dass aufgrund struktureller Missstände, der Schutz der Kinder nicht immer ausreichend gewährleistet werden kann. Die Kinder- und Jugendanwaltschaften der österreichischen Bundesländer wurden von der VA eingeladen ihre Veränderungsvorschläge zur Gewaltprävention in einem eigenen Bericht einzubringen, der gemeinsam mit dem Sonderbericht veröffentlicht wurde.

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